RATGEBER · Privatpersonen

Fragebogen zum Versorgungsausgleich

Im Fragebogen zum Versorgungsausgleich werden die vorhandenen Versorgungsanrechte geordnet erfasst. Wer nur die gesetzliche Rentenversicherung angibt, kann betriebliche, private oder ausländische Versorgung übersehen. Eine vollständige Übersicht erleichtert die gerichtliche Ermittlung. Der Fragebogen ist dabei von der späteren rechtlichen Bewertung und Teilungsentscheidung zu unterscheiden.

Redaktioneller Stand: 05.10.2026 · Deutschland

Versorgungsgeschichte vollständig zusammentragen

Erstellen Sie eine zeitliche Übersicht aus Arbeitgebern, Selbstständigkeit, Beamtenzeiten und Aufenthalten im Ausland. Ergänzen Sie die dazugehörigen Versorgungsträger und bekannten Versicherungsnummern. Die Beratung hilft, mögliche Anrechte den jeweiligen Zeiträumen zuzuordnen. Auch Verträge, zu denen derzeit keine Beiträge mehr gezahlt werden, können überprüfungsbedürftig sein. Eine aktuelle Renteninformation allein bildet nicht stets die gesamte Versorgung ab. Notieren Sie unbekannte Träger und frühere Namensführung. Diese Übersicht unterstützt die Suche nach fehlenden Angaben, ohne jede Geldanlage automatisch als auszugleichendes Versorgungsanrecht einzuordnen. Die rechtliche Qualifikation bleibt eine eigene Aufgabe.

Gerichtliches Formular sorgfältig ausfüllen

Wenn das Gericht ein Formular übersendet, ist dieses im gesetzlichen Rahmen für die Auskunft zu verwenden. Lesen Sie Hinweise und Fragen vollständig. Die Beratung prüft unklare Felder anhand Ihrer Unterlagen. Lassen Sie bekannte Anrechte nicht weg, nur weil ihre genaue Höhe noch nicht feststeht. Ein unbekannter Wert kann erläutert und vom Versorgungsträger ermittelt werden. Beschreiben Sie auch Vertragsnummer und Trägerwechsel, soweit bekannt. Behalten Sie eine vollständige Kopie der eingereichten Fassung. So kann später nachvollzogen werden, welche Angaben das Gericht und die beteiligten Träger bereits erhalten haben und welche Ergänzung noch erforderlich ist.

Verträge und Versorgungsträger richtig zuordnen

Eine betriebliche Zusage kann über den Arbeitgeber oder einen externen Träger durchgeführt werden. Private Versicherungsunterlagen können verschiedene Leistungsformen enthalten. Die Beratung benötigt deshalb Vertragsdaten und vollständige Schreiben statt einer bloßen Produktbezeichnung. Bei Übertragung oder Wechsel sollte die frühere und aktuelle Zuordnung erklärt werden. Doppelte Nennung desselben Anrechts wird ebenso geprüft wie eine versehentliche Lücke. Fremdwährung oder ausländischer Anbieter machen ein Anrecht nicht automatisch bedeutungslos. Ob und wie es berücksichtigt wird, hängt von der konkreten rechtlichen Einordnung ab. Die Akte sollte diese Frage sichtbar halten, statt einen Vertrag aus Bequemlichkeit auszulassen.

Ehezeit und spätere Auskünfte auseinanderhalten

Die gesetzlich relevante Ehezeit bestimmt den zeitlichen Rahmen der Prüfung. Der heutige Vertragsstand kann davon abweichen. Die Beratung liest deshalb Auskünfte mit ihrem Bezugszeitpunkt und der angegebenen Berechnung. Prüfen Sie Namen, Versicherungsnummern und erkennbare Beschäftigungslücken. Eine fehlerhafte oder unvollständige Auskunft sollte rechtzeitig angesprochen werden. Eigenständige Schätzungen ersetzen keine nachvollziehbare Berechnung des zuständigen Trägers. Ebenso entscheidet ein korrekt ausgefüllter Fragebogen noch nicht über jede Ausnahme oder Vereinbarung zum Versorgungsausgleich. Diese Fragen werden gesondert geprüft, wenn die erforderlichen Angaben und Unterlagen vorliegen.

Beispiel: ruhende betriebliche Versorgung

Eine Person nennt im Fragebogen ihre gesetzliche Rente und einen aktuellen privaten Vertrag. Eine ältere betriebliche Versorgung nach einem früheren Arbeitgeberwechsel wird vergessen, weil seit Jahren keine Beiträge eingehen. Die Beratung rekonstruiert die Beschäftigungszeiten und findet den damaligen Träger. Das Beispiel zeigt, warum ein ruhender Vertrag nicht allein wegen fehlender neuer Zahlungen ausgelassen werden sollte. Die Höhe und Einbeziehung werden anschließend rechtlich geklärt. Ein sauberer Fragebogen enthält die verfügbaren Zuordnungsdaten und benennt Unsicherheiten. So lässt sich die Auskunft gezielt ergänzen, ohne heute vorhandene und während der Ehe erworbene Werte ungeprüft gleichzusetzen.

Versorgungsakte und Fristen geordnet führen

Legen Sie Formular, Renteninformationen, Vertragsunterlagen und Arbeitgebernachweise in einer gemeinsamen Akte ab. Notieren Sie gerichtliche Rückgabefristen und offene Rückfragen. Die Beratung kann fehlende Anrechte, doppelte Angaben und auffällige Trägerauskünfte prüfen. Reichen Sie Ergänzungen unter dem richtigen Aktenzeichen ein und bewahren Sie Versandnachweise auf. Eine geordnete Akte ermöglicht auch den späteren Vergleich mit dem Scheidungsbeschluss. Falls ein Träger eine weitere Mitwirkung benötigt, wird der Inhalt des Ersuchens konkret gelesen. Allgemeine Annahmen, der Fragebogen erledige automatisch jede Kontenklärung und Vertragsprüfung, können sonst zu vermeidbaren Verzögerungen führen.

Checkliste für Ihre Vorbereitung

  • Gerichtlicher Fragebogen und zugehörige Hinweise
  • Renteninformationen und Versicherungsnummern
  • Betriebliche, private und ausländische Versorgungsunterlagen
  • Beschäftigungsübersicht und Trägerauskünfte

Ordnen Sie Dokumente nach Datum. Unklare Angaben werden als offen markiert; Originale und vollständige Anlagen helfen bei der konkreten Prüfung.

Häufige Fragen

Muss ich ein ruhendes Anrecht angeben?

Bekannte Versorgungsanrechte sollten vollständig erfasst und rechtlich eingeordnet werden.

Muss die genaue Höhe vor dem Ausfüllen bekannt sein?

Nicht immer. Zuordnungsdaten und ein Hinweis auf offene Werte ermöglichen weitere Auskünfte.

Entscheidet der Fragebogen bereits über die Teilung?

Nein. Auskunft und spätere gerichtliche Entscheidung sind unterschiedliche Schritte.

Fachliche Einordnung

Grundlagen: § 220 FamFG; § 3 VersAusglG; § 5 VersAusglG. Die allgemeinen Informationen ersetzen keine Prüfung Ihrer Unterlagen. Zuständigkeit und erforderliche Fristen werden im konkreten Auftrag geklärt.

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