Redaktioneller Stand: 07.10.2026 · Deutschland
Krise und Maßnahmenbedarf bestimmen
Erfassen Sie Liquiditätslücke, Verlustursachen und fällige Verpflichtungen. Ein Schuldenschnitt allein trägt keine Sanierung, wenn der laufende Betrieb weiter mehr Geld verbraucht als erwirtschaftet. Stellen Sie deshalb operative Maßnahmen und Finanzierungsbedarf zusammen. Die aktuelle und erwartete Zahlungsfähigkeit wird separat geprüft; Verhandlungen dürfen diese Prüfung nicht ersetzen.
Gläubiger und Sicherheiten vollständig erfassen
Ordnen Sie Ansprüche, Fälligkeiten, Sicherheiten und bereits laufende Maßnahmen zu. Betrachten Sie, welche Beteiligten für die Finanzierung und Fortführung besonders relevant sind. Ein Vergleich mit einem Gläubiger bindet die anderen nicht automatisch. Die Übersicht muss zeigen, welche Zustimmung benötigt wird und was bei Ablehnung eines wesentlichen Beteiligten mit dem Konzept geschieht.
Freiwillige Vereinbarungen präzise gestalten
Stundung, Raten, Forderungsverzicht und neue Finanzierung haben unterschiedliche Wirkungen. Regeln Sie Bedingungen, Termine und erforderliche Sicherheiten nachvollziehbar. Eine unverbindliche Bereitschaft zur Prüfung ist noch keine belastbare Zusage. Bestehende Vollstreckungsmaßnahmen werden ausdrücklich mitgedacht. Bei jeder Vereinbarung muss feststehen, wer zustimmt und wann die Wirkung eintreten soll.
StaRUG und freie Verhandlung unterscheiden
Der gesetzliche Restrukturierungsrahmen nach dem StaRUG enthält besondere Instrumente zur nachhaltigen Beseitigung drohender Zahlungsunfähigkeit. Das ist nicht identisch mit jeder außergerichtlichen Einigung. Persönliche Eignung, gestaltbare Forderungen, Abstimmung und gerichtliche Beteiligung benötigen eine eigene Prüfung. Eine einfache Verhandlung schafft insbesondere keinen automatischen Vollstreckungsschutz gegen alle Gläubiger.
Beispiel: zwei Banken und ein Lieferant
Ein Betrieb verhandelt mit zwei Banken über verlängerte Laufzeiten. Ein wichtiger Lieferant fordert gleichzeitig sofortige Zahlung. Der Plan berücksichtigt alle drei Positionen und zeigt, ob der Lieferant ohne Vereinbarung das Konzept blockieren kann. Erst verbindliche Zusagen und finanzierbare laufende Kosten ergeben einen umsetzbaren Zahlungsablauf.
Verhandlungen mit klaren Entscheidungspunkten führen
Dokumentieren Sie Angebote, Zustimmung und offene Bedingungen. Legen Sie fest, wann ein Scheitern des Konzepts festgestellt und welche Alternative dann geprüft wird. Für die Anfrage benötigen Sie Gläubigerliste, Liquiditätsplan und Maßnahmenkonzept. Bei antragspflichtigen Gesellschaften bleiben mögliche Pflichten nach § 15a InsO zu beachten; bloße Hoffnung auf einen Abschluss verlängert gesetzliche Fristen nicht.
Checkliste für Ihre Vorbereitung
- Liquiditätsplan und Ursachenanalyse
- Gläubigerliste mit Sicherheiten
- Operative Maßnahmen und Finanzierungsbedarf
- Angebote, Zustimmungen und offene Bedingungen
Ordnen Sie Dokumente nach Datum. Unklare Angaben werden als offen markiert; Originale und vollständige Anlagen helfen bei der konkreten Prüfung.
Häufige Fragen
Bindet ein Einzelvergleich alle Gläubiger?
Nein. Eine freiwillige Vereinbarung wirkt im vereinbarten Umfang zwischen den Beteiligten.
Ist jede Restrukturierung ein StaRUG-Verfahren?
Nein. Der gesetzliche Rahmen hat eigene Voraussetzungen und Instrumente.
Stoppen Verhandlungen die Antragspflicht?
Nicht pauschal. Die Insolvenzlage und einschlägigen Pflichten müssen laufend geprüft werden.
Fachliche Einordnung
Grundlagen: § 15a InsO; § 18 InsO; § 29 StaRUG; § 397 BGB. Die allgemeinen Informationen ersetzen keine Prüfung Ihrer Unterlagen. Zuständigkeit und erforderliche Fristen werden im konkreten Auftrag geklärt.